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Naturkostaktiv.de vom 24.10.2007 /

Auch Import-Bio schützt das Klima

Entscheidend ist: Was wir essen und wie wir einkaufen

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMBF) geförderten Verbundvorhabens "Ernährungswende" hat das Öko-Institut Freiburg eine sogenannte Stoffstromanalyse durchgeführt, bei der die Klimabilanzen für Anbau, Verarbeitung und Transporte von Lebensmitteln aus konventionellem im Vergleich mit ökologischem Anbau bestimmt wurden. Das Ergebnis: Der Transport ist zweitrangig. Entscheidend ist die Art Produktion. Und die ist bei Ökolebensmitteln deutlich klimafreundlicher.

Mit Hilfe der Stoffstromanalyse lässt sich bestimmen, welche Stoffströme und Umweltbelastungen durch die Nachfrage nach Lebensmitteln ausgelöst werden. Dazu werden alle wesentlichen Herstellungs- und Distributionsaufwendungen bis zur Quelle (Ressourcenentnahme) mengenmäßig zurückverfolgt. Dabei können auch Effekte im Ausland (Importe) und regionale Besonderheiten berücksichtigt werden. Zur Berechnung hat das Öko-Institut eine eigene öffentlich zugängliche, also überprüfbare, Software entwickelt.

Insgesamt pusten wir durch unsere Ernährung in etwa gleich viel Treibhausgase in die Atmosphäre wie durch unsere Mobilität - in erster Linie das Auto, nämlich rund 4,4 Tonnen jährlich.

Produktion und Transport der Lebensmittel haben daran nur 45 % Anteil. Der Rest entfällt auf Lagerung, Einkaufsfahrten und Zubereitung.

Schon hier wird deutlich, dass der Einkauf zu Fuß, per Fahrrad oder öffentlichem Vekehrsmittel die C0²-Bilanz unserer Ernährung entscheidend verbessern kann. Auch die Inanspruchnahme von Lieferdiensten, bei der sich die Transportemissionen ja auf viele Verbraucher verteilen und optimierte Fahrtrouten genutzt werden, senkt den Treibhauseffekt.

Auch die Art des Kochens hat erhebliche Auswirkungen auf das Klima. Ob ich beispielsweise den Dampfkochtopf nutze mit deutlich verkürzter Kochzeit und erheblich weniger Energieaufwand an Stelle des konventionellen im Topfes, ob Herd und Kühlschrank stromsparende Modell sind - all das hat mehr Auswirkungen auf die Klimabilanz der persönlichen Ernährung als die Frage, ob die Bio-Äpfel aus Argentinien mit dem Schiff oder aus dem Alten Land bei Hamburg kommen. Zumindest gilt das, wenn wir den Apfel im April kaufen, wo er in Argentinien frisch geerntet wird, in Deutschland aber schon 7 Monate im Kühlhaus hinter sich hat.

Neben der Frage, wie wir unser Essen einkaufen und es zu Hause lagern und zubereiten spielt auch die Auswahl der Nahrungsmittel eine viel entscheidendere Rolle als ihre Herkunft. So ist durch den hohen Futtermittelbedarf die Fleischproduktion besonders klimabelastend. Sie verursacht pro Kilogramm etwa zehnmal mehr Treibhausgase als die entsprechende Menge frisches Gemüse oder Karoffeln. Auch die meisten Tiefkühlprodukte sowie hoch verarbeitete Produkte verschlechtern die persönliche Treibhausgasbilanz. Und Bio-Ware verursacht ganz generell weniger C0²-Emissionen als konventionell erzeugte Nahrungsmittel.

Der Transport bis zur Verkaufsstelle hat dagegen durchschnittlich nur etwa 3 Prozent Anteil an den Treibhausgasemissionen, die für die Ernährung anfallen. Aber auch hier gilt es, genau hinzusehen. Denn während wegen der hohen Produktionsaufwendungen bei Fleisch, fetthaltigen Milchprodukten, getrockneten Kartoffelprodukten und Tiefkühlkost die Transportwege in der Klimabilanz anteilig gering zu Buche schlagen, tun sie dies bei frischem Obst und Gemüse der Saison erheblich.

Um die Klimabilanz unseres Essens zu verbessern, ist es daher ratsam

  • zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln oder - wenn schon mit dem Auto - dann auf ohnehin zurück gelegten Wegen ohne Extrafahrten einzukaufen oder sich von Öko-Lieferdiensten beliefern zu lassen;
  • möglichst viel frisches Obst und Gemüse der Saison aus regionaler Herkunft zu verwenden
  • wenig Fleisch, Tiefkühlware und hoch verarbeitete Produkte zu verzehren.
Die ganze Studie ist im Internet nachzulesen unter:
Treibhausgausemissionen durch Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln (Arbeitspapier des Öko-Instituts)

 

© Vollkornbäckerei Kusenberg
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