|
|
| Sie sind hier:
Themen » Rohstoffe » Kamut
|
Kamut
Kamut - ein ursprünglicher Weizen
Kamut ist ein Verwandter des heutigen Hartweizens und stammt aus dem Gebiet des
"fruchtbaren Halbmond", dem Land zwischen Ägypten, Euphrat und Tigris, wo er vermutlich
über Jahrtausende hinweg angebaut wurde. Kamut ist in erster Linie nicht Bezeichnung für eine Weizensorte, sondern
ein Warenzeichen zur Vermarktung einer Weizensorte mit bestimmten Eigenschaften. Das besondere daran
ist, dass es sich um einen Weizen handelt, der züchterisch nicht durch moderne Methoden zur Steigerung des
Ertrags beeinflusst ist.
Um zu erklären, dass er von den züchterischen neuzeitlichen Methoden unbeeinflusst blieb, wurde anfangs
das Bild vermittelt, dass diese Weizensorte über einen Zeitraum von mehreren tausend Jahren nicht angebaut
wurde. Konserviert soll er in einem Pharaonengrab bei Dashare in Ägypten worden sein, wo er dann
wiederentdeckt worden sein soll, als ein amerikanischer Luftwaffenoffizier im Jahre 1948 eine Steinkiste
mit riesigen Weizenkörnern fand. Inzwischen wird es jedoch für wahrscheinlicher gehalten, dass der
Luftwaffenoffizier einem Straßenhändler Getreide abkaufte, der seine Ware dadurch als begehrenswert anpries,
dass er erzählte, sie stamme aus einer ägyptischen Grabkammer. Es ist daher eher davon auszugehen, dass es
sich bei Kamut um eine alte Landsorte handelt. Die alten Landsorten stellen sich genetisch als eine Mischung
verschiedener Linien mit diversen Eigenschaften dar. Diese Diversität schützt gegen Krankheiten und
Schädlingsbefall.
Kamut - als Warenzeichen
Kamutkörner gelangten in der Nachkriegszeit (1949) nach Amerika zu einem Farmer.
Nach zaghaften Versuchen wurde der Anbau aber erst forciert, nachdem Bob Quinn im Jahre
1977 damit begann, sich für den Anbau und die Vermarktung von Produkten aus Kamut einzusetzen.
Nach der Präsentation im Reform- und Naturkostbereich und der Entwicklung von Produkten namhafter
Hersteller wurde im Jahre 1990 Kamut als Warenzeichen durch die US Patent- und Warenzeichen Behörde
registriert. Damit wurde eine über die Zeit lokal begrenzte und konservierte orientalische Landsorte
zu einem Getreide, das heute der ganzen Welt zur Verfügung steht.
Durch die Zertifizierung wird gewährleistet, dass Kamut genetisch unverfälscht ausschließlich als
zertifiziertes Bio-Getreide in den Verkehr kommen darf - mit einem Proteingehalt von 12 bis 18%, zu 99%
unkontaminiert durch moderne Weizensorten, zu 98% frei von Krankheitsanzeichen, zwischen 400 und 1000 ppb Selen enthalten muss. In
Nudeln darf Kamut z.B. nicht mit modernem Weizen gemischt werden.
Kamut - Der Anbau
Da Kamut weder zwecks Ertragssteigerung züchterisch verändert werden darf und ähnlich wie Dinkel schlecht
auf Kunstdünger und Pestizide anspricht, ist er für die
konventionelle Landwirtschaft nicht interessant. Kamut als Hartweizenart gedeiht am besten in den
Anbaugebieten für Hartweizen (Durum). Diese liegen daher
in Nordamerika Montana und North Dokota(USA), Alberta und Saskatchewan (Kanada).
Kamut - Bedeutung in der Ernährung
Kamut enthält bis zu 40 % mehr Proteine, deutlich mehr an ungesättigten Fettsäuren und Mineralien
(z. B. 30–35 % mehr Magnesium und Zink) als moderne Weizensorten. Auf Grund des hohen Selengehalts
decken 200 g KAMUT-Brot bereits den Tagesbedarf dieses lebensnotwendigen Spurenelements.
Für Weizenallergiker kann Kamut die Alternative zu herkömmlichem Weizen sein. Eine Studie der
International Food Allergy Association (IFAA) kommt zu folgendem Ergebnis, dass 70 % der getesteten
Weizenallergiker keine oder nur eine verzögerte allergische Reaktion gegenüber Kamut zeigten.
Das volle Mehl aus dem Kamutkorn zeichnet sich durch seine gelbe Farbe aus.
Kamut besitzt einen milden, leicht nussigen Geschmack und dient auch als Brot- und Backgetreide.
Die besonderen Eigenschaften der Stärke bewirken eine verzögerte Retrogradation. Das bedeutet, dass
Brot- und Backwaren relativ lange frisch und locker bleiben.
Verglichen mit normalem Weizen weist er bei den meisten Mineralstoffen höhere Gehalte auf,
enthält mehr essentielle Aminosäuren, deutlich mehr an einfach und mehrfach ungesättigten
Fettsäuren und um ein Vielfaches mehr an dem lebensnotwendigen Spurenelement Selen.
Die auffälligste Besonderheit liegt aber in einem hohen Eiweißgehalt und
der Eiweißqualität. Kamut enthält bis zu 40 % mehr Proteine, deutlich mehr an ungesättigten
Fettsäuren und Mineralien (z. B. 30–35 % mehr Magnesium und Zink) als moderne Weizensorten. Auf Grund
des hohen Selengehalts decken 200 g KAMUT-Brot bereits den Tagesbedarf dieses lebensnotwendigen
Spurenelements.
Vergleich von Weizen und Kamut
| Inhaltsstoffe: |
Weizen |
Kamut
|
| Energiewert kcalkJ/100 g |
348-1455 |
359-1500 |
| Protein |
12,3 % |
17,3 % |
| Fett |
1,9 % |
2,6 % |
| Kohlehydrate |
70,5 % |
66,7 % |
| Rohfaser |
2,1 % |
1,8 % |
| Asche |
1,7 % |
1,8 % |
| Mineralien (mg/100 g): |
| Kalzium |
30 |
31 |
| Eisen |
3,9 |
4,2 |
| Magnesium |
117 |
153 |
| Phosphor |
396 |
411 |
| Kalium |
400 |
446 |
| Zink |
3,2 |
4,3 |
| Vitamine (mg/100 g): |
| B 1 |
0,42 |
0,45 |
| B 2 |
0,11 |
0,12 |
| Niacine |
5,31 |
5,54 |
| Pantothensäure |
0,91 |
0,23 |
| B 6 |
0,35 |
0,08 |
| Folsäure |
0,04 |
0,04 |
| E |
1,2 |
1,7 |
| Fettsäuren (g/100 g): |
| gesättigte |
0,9 |
0,5 |
| ungesättigte |
1,0 |
2,1 |
|
Vergleichstabelle: einzelne Nährwertangaben für
Kamut (Medallion Laboratories Analytical
Report No. 8801 1589) und Weizen (Agriculture Handbook No. 820, "Cereal
Grains and Pasta" 1988). Durchschnittsangaben, enthalten jeweils in 100
g.
Weiterführende Links:
|
| ©
Vollkornbäckerei Kusenberg
|
|
|