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Hafer

Ursprung und Vorkommen

Hafer (Avena sativa) Hafer (Avena) ist eine Gattung in der Familie der Süßgräser (Poaceae). Die Pflanze wird 0,6 bis 1,5 m hoch. Der Halm ist hohl und rundlich. Hafer unterscheidet sich von unseren anderen Getreidearten in der Form des Fruchtstandes. Hafer steht in der Systematik relativ weit entfernt zu den anderen Getreidearten. Dies zeigt sich auch in Form seines Fruchtstandes. Dieser ist als Rispe und nicht als Ähre ausgebildet. Die Haferkörner sind fest mit den Spelzen umschlossen. Durch den Drusch lassen sie sich nicht voneinander trennen. Für die Verwendung der Haferkörner in der menschlichen Ernährung müssen die Spelzen entfernt werden, als Futtergetreide können sie am Korn bleiben. Neben den bespelzten Hafersorten gibt es auch 'Nackthafer' ohne Spelzen. Seine Erträge sind jedoch geringer.

Der Haferanbau

Hafer bevorzugt ein gemäßigtes Klima mit hohen Niederschlägen. Seine Ansprüche an den Boden sind gering. Hafer wird als Sommergetreide angebaut und im Frühjahr ausgesät. Die Ernte findet ab Mitte August statt. Unter den Getreidearten gilt Hafer als 'Gesundungsfrucht', da sich viele Getreideschädlinge in ihm nicht vermehren. Die Durchschnittserträge stagnieren bei ca. 50 dt/ha, da Hafer züchterisch kaum bearbeitet wird. Aus diesem Grund ist der Anbau von Hafer für Landwirte ökonomisch wenig interessant. Noch 1939 rangierte Hafer in der weltweiten Bedeutung nach Weizen und Mais an dritter Stelle der Getreidearten. In Deutschland war Hafer bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts nach Roggen die wichtigste Getreideart. Heute ist der Haferanbau in Deutschland gegenüber den anderen Getreidearten von untergeordneter Bedeutung. Sein Anbau findet in den Mittelgebirgen, im Alpenvorland und in den Küstenregionen statt.

Hafer in der Ernährung

Ein Großteil des Hafers wird als leistungsförderndesTierfutter verwertet. Für Pferde ist er ein wahres Kraftfutter und macht so manchen müden Gaul wieder zum stolzen Ross, daher kommt auch der Spruch 'ihn sticht der Hafer'. Für den Menschen ist er ebenfalls ein wertvoller Nahrungsbestandteil und ist daher in Backwaren, in Müsli und als Brei oder Grütze vertreten. Bis zur Einführung der Kartoffel war der Haferbrei eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel der armen Bevölkerung. Es gibt Ausgrabungen aus Schweizer Pfahlbauten der Bronzezeit, in denen bereits Haferanbau nachgewiesen werden konnte. Heute stehen die Brotgetreide Weizen und Roggen im Vordergrund.

Ernährungsphysiologisch ist Hafer die hochwertigste Getreideart, die in Mitteleuropa angebaut wird. Indem die Körner entspelzt und nicht geschält werden, bleiben die Vitamine der äußeren Kornschicht erhalten. Allerdings sind die Körner infolge des geringen Kleberanteils zur Herstellung von Brot kaum geeignet. Nach dem Entspelzen, Schälen und Darren dienen die Körner in gewalzter Form als Haferflocken für die menschliche Ernährung. Haferflocken können roh oder gekocht verzehrt werden und sind leicht verdaulich. Weiterhin lassen sich aus ihnen Hafergrütze und Hafermehl herstellen. In der Schon- und Diätkost werden mit Hafer verschiedene Beschwerden behandelt. Dazu zählen z.B. Magen-Darm-Leiden, Gallen- und Nierenerkrankungen sowie Rheuma- und Kreislaufbeschwerden. In einigen Regionen wird aus Hafer Whiskey hergestellt. Der überwiegende Anteil der Haferproduktion wird jedoch an Pferde, Rinder oder Geflügel verfüttert. Der hohe Rohfaseranteil macht die Körner für die Verfütterung an Schweine ungeeignet.

Zur Herstellung von Haferflocken werden die Haferkerne gedämpft und durch rotierende Metallwalzen zu Flocken flachgedrückt. Um kleinblättrige Flocken zu erhalten werden die Haferkerne vor dem Walzen in Stücke (Hafergrütze) geschnitten.

Inhaltsstoffe (Anteil je 100 gramm)

Bestandteile:

  • Eiweiß 12,5 %
  • Fett 7,1 %
  • Kohlehydrate (Stärke) 63 %
Mineralstoffe:
  • Kalzium 79,6 mg
  • Eisen 5,8 mg
  • Kalium 3555 mg
  • Magenesium 125 mg
Vitamine:
  • B1 0,52 mg
  • B2 0,17 mg
  • B6 0,75 mg
  • E 0,84 mg
  • Folsäure 0,33 mg
  • Niacin 4,8 mg

Der Hafer in der Bäckerei

Wegen seines geringen Anteil teigbildender Stoffe, ist der Hafer in der Bäckerei nur als Ergänzung zu anderen Weizenmehlen verbreitet. Er ist beliebt als Zutat für Mehrkornbrote. Das Teig- und Krumengerüst dieser Mehrkornbrote wird dann durch die Bestandteile des Roggen, Weizen oder Dinkels gebildet. Hafer gibt den Brot einen besonderen Geschmack und beeinflusst die Qualität des Brotes aufgrund seiner Inhaltsstoffe.

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