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Die Bedeutung die Aleuronschicht - Wie Weizen vor Darmkrebs schützt (Mitteilung der Friedrich-Schiller-Universität, Jena vom 19.4.2010 (Uni Jena))
Die Bedeutung die Aleuronschicht - Wie Weizen vor Darmkrebs schützt (Mitteilung der Friedrich-Schiller-Universität, Jena vom 19.4.2010 (Uni Jena))
Ernährungswissenschaftler finden chemoprotektive Wirkung in Weizenkleie
Kuchen, Brötchen, Kekse + Co. haben ein schlechtes Image. Denn das weiße Weizenmehl, aus denen sie gebacken werden, enthält nur wenig Mineral- und Ballaststoffe. Dabei steckt im Weizenkorn viel mehr: Neben dem hellen Mehlkörper birgt es sogar Stoffe, die vor Darmkrebs schützen könnten. Ernährungswissenschaftler von der Jenaer Universität haben jetzt herausgefunden, dass das sogenannte Aleuron aus dem Weizenkorn eine besonders chemoprotektive Wirkung haben könnte.
In Experimenten an Zellkulturen von menschlichen Darmzellen konnten sie zeigen, dass Weizen-Aleuron sowohl die Entstehung von Darmkrebs unterdrücken (durch Induktion von Schutzenzymen) als auch das Fortschreiten der Erkrankung (durch Hemmung des Zellwachstums) verzögern könnte. "Wichtig ist, dass die Schale des Weizenkorns, die sogenannte Kleie, mit aufgenommen wird, da diese die hochwertige Aleuron-Schicht enthält", macht Studienleiter PD Dr. Michael Glei deutlich. "Zur Herstellung des hellen Auszugsmehls wird dagegen nur das Innere des Weizenkorns verwendet."
Weizen-Aleuron besteht hauptsächlich aus Ballaststoffen und hat einen hohen Anteil an Protein, Vitaminen, Mineralstoffen und Polyphenolen. "Wir konnten zeigen, dass die zelleigenen Abwehrmechanismen der Darmzellen durch das Aleuron aktiviert werden", sagt Doktorandin Katrin Stein. Dadurch seien die Darmzellen gegenüber toxischen Stoffen, die zu Zellschäden und in der Folge zur Entstehung entarteter Tumorzellen führen können, besser geschützt. In einem weiteren Schritt haben die Ernährungswissenschaftler der Jenaer Universität untersucht, wie das verdaute Aleuron auf Darmkrebszellen wirkt. "Besonders die Krebszellen in einem frühen Krebsstadium werden in ihrem Wachstum gehemmt", so Anke Borowicki, ebenfalls Doktorandin in Gleis Team.
"Unsere In-vitro-Ergebnisse zeigen, welches Potenzial Weizen-Aleuron als Zutat für funktionelle Lebensmittel hat", betont Ernährungswissenschaftler Glei. Der Bedarf danach sei denkbar hoch: Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten in den Industriestaaten. Mit dem Aleuron aus Weizen gibt es nun einen vielversprechenden Kandidaten für funktionelle Lebensmittel zur Verbesserung der Darmgesundheit.
Neues Hintergrundpapier: Klimaschutz und Biolandbau in Deutschland (Pressemitteilung von Bioland vom 27. Oktober 2009 (www.bioland.de))
Neues Hintergrundpapier: Klimaschutz und Biolandbau in Deutschland (Pressemitteilung von Bioland vom 27. Oktober 2009 (www.bioland.de))
Mehr Biolandbau für mehr Klimaschutz - Flächendeckender Biolandbau ist möglich
Sechs Wochen vor Beginn der Weltklimakonferenz in Kopenhagen gerät auch die Landwirtschaft verstärkt ins Visier, ihren Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen zu leisten. Denn Deutschland muss bis 2050 die Emissionen um mindestens 80 Prozent senken. Der Biolandbau könnte dabei eine zentrale Rolle als Problemlöser einnehmen. Wissenschaftliche Studien bestätigen dem Biolandbau eine bessere Klimabilanz als der konventionellen Landwirtschaft. Dies ist eine Kernbotschaft des heute von Bioland veröffentlichten Hintergrundpapiers "Klimaschutz und Biolandbau in Deutschland".
"Flächendeckender Biolandbau ist in Deutschland möglich und aus Sicht des Klimaschutzes auch dringend notwendig", so Thomas Dosch, Präsident von Bioland. Das Hintergrundpapier zeigt Wege auf, wie eine Gesamtumstellung der Landwirtschaft auf Biolandbau in Deutschland möglich ist und entkräftet den verbreiteten Vorwurf, der Biolandbau verbrauche zu viel Fläche. So würde eine Reduzierung des Fleischkonsum gemäß den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung das Klima stark entlasten und 4,2 Mio. ha Nutzfläche für den Biolandbau mobilisieren. Die konkrete Empfehlung an klimabewusste Verbraucher lautet daher: "Weniger Fleisch und dafür Bio". Zusätzlich gut für das Klima wäre es, die Menge der weggeworfenen Lebensmittel drastisch zu reduzieren. In Deutschland landen mehr als 20 % der genießbaren Lebensmittel im Müll. Diese Verluste sind nicht nur ethisch bedenklich, sie stellen auch eine Verschwendung von Energie und Fläche dar. Durch Halbieren der Wegwerfrate von Lebensmitteln könnten 1,7 Mio. ha auf Biolandbau umgestellt werden.
Neben einem veränderten Konsumverhalten müssen auch in der Agrarpolitik andere Weichenstellungen vorgenommen werden. "Die für den Klimaschutz kontraproduktive Förderung bestehender Agroenergieverfahren muss beendet werden. In Zukunft muss die Priorität 'Teller statt Tank' gelten", so Dosch. Durch einen entsprechenden Ausstieg könnten 1,7 Mio. ha für den ökologischen und klimaschonenden Anbau von Lebensmitteln mobilisiert werden. Eine weitere Forderung an die Politik ist die Beendigung der offensiven Exportstrategie Deutschlands bei Fleisch und Milchprodukten. Allein eine ausgeglichene Exportbilanz könnte 900.000 ha für eine ökologische Landnutzung mobilisieren.
Welche landwirtschaftliche Mobilisierungsfläche kann auf welchem Weg zur Ausdehnung des Biolandbau führen?
2.100.000 ha durch Reduzierung tierischer Lebensmittel, insbesondere Fleisch um 25 %
4.200.000 ha durch Reduzierung tierischer Lebensmittel, insbesondere Fleisch um 50 %
1.770.000 ha durch Ausstieg aus der Biomasse- und Energieproduktion vom Ackerland
1.700.000 ha durch Reduzierung der Wegwerfverluste von Lebensmitteln um 50 %
900.000 ha durch eine ausgeglichene Exportbilanz bei Milch- und Fleischprodukten.
Die Agrarpolitik verfügt bereits heute über effiziente Steuerungsinstrumente, den Beitrag der Landwirtschaft zum Klimaschutz wesentlich zu erhöhen. Sei es über eine zielgerichtete Verteilung der jährlich fast 7 Mrd. Euro europäischer Agrarzahlungen an deutsche Landwirte oder neue Lenkungsinstrumente wie die Einführung einer Abgabe auf mineralische Stickstoffdünger. Auch die Verteuerung von konventionell erzeugtem Fleisch über einen höheren Mehrwertsteuersatz bei gleichzeitiger Befreiung der Biolebensmittel von der Mehrwertsteuer wären möglich.
In dem von Bioland herausgegebenen Hintergrundpapier "Klimaschutz und Biolandbau in Deutschland" sind auch wichtige Forschungsergebnisse zur Emission klimarelevanter Gase aus der Landwirtschaft und zu den Leistungen des Biolandbaus übersichtlich dargestellt.
Hier können Sie sich die Kurzfassung sowie die Langfassung des Hintergrundpapiers herunterladen.
Ökolandbau schützt das Grundwasser (Ökolandbau.de (aktualisiert am 16.10.2009))
Ökolandbau schützt das Grundwasser (Ökolandbau.de (aktualisiert am 16.10.2009))
Die Landwirtschaft ist der Hauptverursacher von diffusen Stickstoffeinträgen in die Gewässer. Der Stickstoffbilanzüberschuss in der intensiven konventionellen Landwirtschaft in Deutschland liegt - trotz leichter Rückgänge in den vergangenen Jahren - auf einem hohen Niveau von jährlich durchschnittlich 80 bis 100 Kilogramm Stickstoff pro Hektar (kg N/ha). Bei ökologischer Bewirtschaftung hingegen ist der Bilanzüberschuss an Stickstoff nur etwa halb so hoch wie im konventionellen Landbau: im Durchschnitt jährlich etwa 30 bis 40 kg N/ha. Mit diesem deutlich geringeren Stickstoffbilanzüberschuss trägt der ökologische Landbau in erheblichem Maße zum Schutz des Grundwassers vor dem Eintrag an Nitrat bei.
Dieser positive Effekt des ökologischen Landbaus ist wissenschaftlich gut belegt: In den vergangenen 30 Jahren hat es zahlreiche Forschungsprojekte zu dieser Thematik gegeben. Eine der wohl umfassendsten Arbeiten stammt von Dr. Hartmut Kolbe von der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft aus dem Jahr 2000. In dieser Untersuchung hat er mehr als 100 wissenschaftliche Arbeiten zum Thema ausgewertet. Zusammenfassend stellt er fest, dass der ökologische Ackerbau bedingt durch den geringeren Stickstoffbilanzüberschuss hinsichtlich der Nitratauswaschung ins Grundwasser deutlich besser abschneidet als konventionelle Verfahren.
Während beispielsweise im konventionell-intensiven Feldgemüseanbau die Nitratauswaschung 105 kg N/ha pro Jahr beträgt und im konventionell-intensiven Ackerbau 60 kg N/ha, liegt sie im Ökoackerbau nur bei 22 kg N/ha. Die entsprechenden geschätzten durchschnittlichen Nitratgehalte des Sickerwassers liegen bei rund 82 Milligramm pro Liter (mg/l) im konventionell-intensiven beziehungsweise bei 29 mg/l im ökologischen Ackerbau.
Das deutlich günstigere Abschneiden des ökologischen Landbaus hinsichtlich der Nitratauswaschung ins Grundwasser lässt sich durch folgende Besonderheiten des ökologischen Landbaus erklären:
- Im Schnitt erfolgt im ökologischen Landbau eine deutlich geringere Zufuhr an Stickstoff, nämlich bis zu 50 Prozent weniger als bei den intensiveren konventionellen Anbauformen.
- Da die Erträge nicht in entsprechendem Ausmaß abfallen, sind deutlich niedrigere Stickstoff-Salden der ökologischen Anbauformen auf Grünland und Ackerland zu verzeichnen.
- Gemäß dem Gesetz vom abnehmenden Ertragszuwachs (Mitscherlich-Gesetz) kommt es im ökologischen Landbau zu einer besseren Stickstoffverwertung und demzufolge auch zu geringeren Stickstoffverlusten.
- Es gibt ferner Hinweise, dass die Stickstoffdynamik im Boden bei ökologischer Bewirtschaftung zeitweise in Richtung höherer Ammonium-Stickstoff-Anteile verschoben ist, worauf ebenfalls ein geringeres Verlagerungspotenzial zurückgeführt werden könnte.
- Die im ökologischen Landbau entscheidende Quelle der Stickstoffzufuhr ist die symbiontische Stickstoffbindung durch Leguminosen. Die Höhe der symbiontischen Stickstoffbindung ist abhängig vom Gehalt des Bodens an pflanzenverfügbarem mineralisierten Stickstoff (Nmin-Gehalt). Daraus ergibt sich eine hohe Fähigkeit zur Selbstregulierung mit ausgleichender Wirkung auf Nährstoffschwankungen im Boden.
- Zudem sind Ökolandwirte aus eigenem Interesse bestrebt, Stickstoffverluste so gering wie möglich zu halten, denn deren Substitution ist nur begrenzt erlaubt und zudem vergleichsweise teuer.
Trotzdem besteht grundsätzlich auch im Ökolandbau ein Risiko grundwasserbelastender Nitratauswaschung. Ein solches Risiko kann vor allem die Bodenbearbeitung nach Leguminosen und Hackfrüchten im zeitigen Herbst sowie der Einsatz von Wirtschaftsdüngern darstellen, wenn es nicht gelingt, den mineralisierten Stickstoff durch die Etablierung einer Folgekultur oder Zwischenfrucht wieder zu binden. Damit der mineralisierte Stickstoff vor Auswaschung bewahrt wird, sollte er durch die rasche Etablierung einer wüchsigen Folgekultur oder Zwischenfrucht in pflanzlicher Masse festgelegt werden. Detaillierte Hinweise und Empfehlungen zur Optimierung des Stickstoffmanagements im System ökologischer Landbau wurden in verschiedenen experimentellen Untersuchungen erarbeitet (siehe Literatur).
Bio im TV: Schelte vom Politmagazin Panorama (Biohandel-Online vom 8.10.2009 (Autor: Leo Frühschütz))
Bio im TV: Schelte vom Politmagazin Panorama (Biohandel-Online vom 8.10.2009 (Autor: Leo Frühschütz))
"Geheimsache Bio" hieß ein Halbstunden-Beitrag, den der Norddeutsche Rundfunk am Mittwochabend den 7.10.09, in seiner Sendung "Panorama - Die Reporter" brachte. Themen waren der Kupfereinsatz im Obstbau, die Geflügelhaltung und die Frage, ob Bio gesünder sei. Panorama ließ die Bio-Branche und ihre Vertreter darin ziemlich schlecht aussehen. Unser Autor Leo Frühschütz hat sich den Film angesehen. Am Donnerstagabend, den 8.10.09, lief der Beitrag noch einmal in gekürzter Fassung im Ersten. Tenor dort: Massentierhaltung im Bio-Landbau.
Neues hat das "das investigative Politformat des NDR" (Eigenwerbung) nicht berichtet. Wer sich nur ein bisschen mit Ökolandbau auskennt, weiß, dass im Obst-, Wein-, Hopfen- und Kartoffelanbau Kupferpräparate eingesetzt werden. Die Diskussion darüber geht seit Jahrzehnten. Doch bisher waren alle Anstrengungen, Kupfer zu minimieren oder gar ganz zu ersetzen, nur bedingt erfolgreich. Neu ist auch nicht, dass es in der Öko-Geflügelhaltung agrarindustrielle Strukturen gibt, Unternehmen, die Zehntausende von Biohühnern halten sowie Probleme bei deren Kontrolle. Das alles können interessierte Verbraucher (und Journalisten) seit Jahren im Kundenmagazin Schrot u. Korn ebenso nachlesen wie in den Bio-Schlechtmach-Büchern von Miersch u. Co.
Bekanntes künstlich aufgebauscht
Die Journalisten von Panorama haben ihre Story dennoch als große Enthüllungsgeschichte aufgemacht - und das handwerklich sehr gut. Ordentlich auf Skandal gebürstet, kräftig schwarz-weiß gemalt und die Branchenvertreter, die ein differenziertes Bild darstellen wollten, schlecht aussehen lassen. Kein Laie merkt, dass da aus den längeren Interviews genau die Passagen genommen wurden, die in das Schwarz-Weiß-Gemälde passten.
Natürlich stimmt das idyllische Bild, dass sich viele Verbraucher von der Bio-Produktion machen, oft nicht mit der Wirklichkeit überein. Aber es reicht nicht aus, mit dem Zeigefinger auf diese Diskrepanz zu deuten und "Skandal!" zu schreien. Man müsste - journalistische Aufklärung ernst genommen - den Zuschauern auch erklären,warum "Bio" keine heile Welt ist und welche Rolle sie selbst als Verbraucher dabei spielen.
Auf Aufklärung der Verbraucher verzichtet
Ein guter Anlass dafür wäre die Szene mit dem ehemaligen Manager gewesen, der jetzt im Wendland 500 Hühner hält und als Kronzeuge für die heile Biowelt auftritt. ?Können sie denn von den Eiern ihrer 500 Hühner leben?? hätte die Frage lauten müssen. Vielleicht hat die Reporterin Anja Reschke sie ja gestellt. Gesendet wurde sie auf jeden Fall nicht. Denn natürlich kann dieser Nebenerwerbslandwirt von den geschätzten 100.000 Eiern, die seine Tiere pro Jahr legen, nicht leben. Selbst wenn er unrealistische 10 Cent je Stück verdienen würde.
Kein Wort über schorfresistente Apfelsorten
Auch beim schorfigen Apfel, den der Obstbau-Forscher in die Kamera hält, hätte man einhaken können. Vielleicht hätte es die Zuschauer ja interessiert, dass es schorfresistente Sorten wie Topaz gibt, die man nicht mit Kupfer spritzen muss. Dass es andere Apfelsorten wie Gala gibt, die für den Bio-Anbau eigentlich ungeeignet, weil zu empfindlich sind. Dass sie aber dennoch produziert werden, weil die Kunden sie wollen.
Es ist der Kunde, der entscheidet, ob er Topaz oder Gala kauft. Aber wenn er nur Panorama schaut, erfährt er das nicht. Da erfährt er nicht einmal den Unterschied zwischen chemisch-synthetischen und natürlichen Pflanzenschutzmitteln. Statt dessen erklärt eine Mitarbeiterin des Bundesinstituts für Risikobewertung, dass die üblichen Pestizidrückstände kein Problem sind. Das wird weder hinterfragt, noch durch eine Gegenposition relativiert (bei anderen taucht da meist Manfred Krautter von Greenpeace auf). Auch kein Wort davon, dass (egal ob schädlich oder nicht) Bio-Obst und Gemüse 300 bis 400 mal weniger Pestizidrückstände enthält als konventionelles. Da hätte man gar nicht investigativ nachforschen müssen. Das steht im Ökomonitor der baden-württembergischen Lebensmittelbehörde.
Fazit: Einer der Beiträge, von denen es noch viele geben wird. Der Quote zuliebe auf Skandal getrimmt. Da wird sich die Bio-Branche dran gewöhnen müssen und gegensteuern, indem sie nicht nur immer die Vorteile von Bio darstellt, sondern gegenüber den Verbrauchern auch die Probleme offen kommuniziert.
Leo Frühschütz
Salz im Brot: EU-Kommission macht Rückzieher (Webbäcker vom 13.3.2009 / Rubrik: Ernährung und Verbraucher (19))
Salz im Brot: EU-Kommission macht Rückzieher (Webbäcker vom 13.3.2009 / Rubrik: Ernährung und Verbraucher (19))
Brüssel / BE. (13.03. / wib) «Tauziehen: Nährwertprofile zunächst ausgebremst» hieß es letzte Woche an dieser Stelle. Was sich andeutete, wird nun konkret: Die EU-Kommission hat im Streit um eine Kennzeichnungspflicht von Salz in Brot einen Rückzieher gemacht. «Traditionelles Brot» würde von der Regel über Nährwertangaben ausgenommen, heißt es in einem Rundbrief von Kommissionspräsident José Manuel Barroso an Europaparlamentarier, der schnell den Weg in die einschlägigen Medien fand. Allerdings ist nicht sicher, was «traditionelles Brot» per EU-Definition genau ist. Zumindest sagt der Rundbrief, dass «Grundnahrungsmittel» von den Nährwertprofilen ausgenommen sein sollen, in denen die Kommission Höchstmengen an Salz, Fett und Zucker festlegt. Sie könnten danach weiter als gesund beworben werden, ohne dass etwa ein Bäcker die einschränkende Angabe «Enthält viel Salz» hinzufügen muss. Barroso reagierte mit seinem Einlenken auf die deutliche Kritik in den letzten Wochen. Besonders das deutsche Bäckerhandwerk sowie Abgeordnete des Europaparlaments hatten sich gegen die Regelung gewandt. Unklar ist noch die Definition für «traditionelles Brot». Aus der federführenden Generaldirektion Gesundheit der EU-Kommission verlautet jetzt, dass nur Brote mit mindestens drei Prozent Ballaststoffen darunter fallen sollten ? was wiederum ein herausragendes Zeugnis für den Fachverstand der Brüsseler Bürokratie wäre: «Das wird in ganz Europa von sämtlichen Weizenmehlgebäcken nicht erfüllt», sagt Eberhard Groebel, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks und Generalsekretär des Europäischen Verbands der nationalen Bäckerei- und Konditorei-Verbände (CEBP). So fielen zwar viele deutsche Vollkornbrote unter die Ausnahme, nicht aber Weißmehlbrötchen oder Brezeln, sagte Groebel vor einem Gespräch mit Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou (kurz vor Redaktionsschluss dieser WebBaecker-Ausgabe) in Brüssel.
Wo Bio drauf steht, bleibt Bio drin! Noch wenige Tage bis zur neuen EU-Öko-Verordnung (BÖLW Pressemitteilung vom 18.12.2008 - Boelw.de)
Wo Bio drauf steht, bleibt Bio drin! Noch wenige Tage bis zur neuen EU-Öko-Verordnung (BÖLW Pressemitteilung vom 18.12.2008 - Boelw.de)
Berlin, 18. Dezember 2008. Auch die neue EU-Öko-Verordnung 834/2007, die am 01.01.2009 in Kraft tritt, garantiert die gewohnt hohe Qualität und Sicherheit von Bio-Produkten. Während der Inhalt gleich bleibt, ändert sich für den Verbraucher die Kennzeichnung der Bio-Produkte.
Zwar dürfen das deutsche Bio-Siegel und die Markenzeichen der deutschen Anbau-Verbände weiter auf die Verpackungen, spätestens ab dem 01.07.2010 muss jedoch zusätzlich das neue EU-Bio-Logo verwendet werden, das derzeit erarbeitet wird. Hinzu kommt die verpflichtende Herkunftsangabe, die nach EU-Herkunft, nicht EU-Herkunft und EU-Herkunft/nicht EU-Herkunft unterscheidet. Zusätzlich kann ? bei einem Anteil von 98% der Rohwaren aus einem Land ? die nationale Herkunft angegeben werden.
Der BÖLW hält diese Angaben für wenig aussagekräftig: "Wenn z.B. auf einem Müsli, dessen Zutaten bis auf getrocknete Bananen aus Deutschland stammen, dann EU-Bio/Non-EU-Bio draufsteht, ist der Informationswert für den Verbraucher gleich null. Diese Regelung muss deshalb mittelfristig noch mal geändert werden", so Alexander Gerber, Geschäftsführer des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Gerber fordert, dass das neue EU-Bio-Logo spätestens bis Ende 2009 vorliegen müsse, damit die Unternehmen rechtzeitig ihre Verpackungen umgestalten können.
Vergleicht man das Ergebnis des Revisionsprozesses mit dem ersten Verordnungsentwurf hat der BÖLW gemeinsam mit seinem europäischen Verband, der IFOAM-EU-Gruppe, und dem deutschen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz nach drei Jahren harter Verhandlungen, zähem Ringen und viel Detailarbeit viel erreicht. Dazu Gerber: "Vor allem bei der Kontrolle von Importware und den Regelungen zur Verarbeitung konnten substanzielle Fortschritte erreicht werden. So ist es jetzt möglich, dass auch Zusatz- und Hilfsstoffe in Bio-Qualität hergestellt und eingesetzt werden können." Dennoch entspricht die EU-Öko-Verordnung in einigen Punkten nach wie vor nicht dem Verständnis, das die deutschen Anbauverbände vom Ökologischen Landbau haben. So erlaubt die Verordnung z.B. die Teilbetriebsumstellung. Die im BÖLW organisierten Verbände werden ihre strengeren Standards oberhalb der EU-Öko-Verordnung konsequent weiterentwickeln und kommunizieren.
Jetzt gilt es, die notwendigen Anpassungen in den Betrieben vorzunehmen, zusammen mit den zuständigen Behörden der Bundesländer eine einheitliche Umsetzung der Vorschriften sicherzustellen, sowie die notwendige Weiterentwicklung der Durchführungsbestimmungen und der noch offenen Regelungsbereiche (z.B. Aquakultur und Kellerei) voranzutreiben.
Der BÖLW stellt auf seiner Homepage einen Überblick über die wichtigsten Änderungen im Vergleich zur alten EU-Öko-Verordnung zur Verfügung (boelw.de).
Bio-Getreidemarkt bald im Gleichgewicht (Quelle und Copyright: ZMP Gmbh Bonn (3.9.2008))
Bio-Getreidemarkt bald im Gleichgewicht (Quelle und Copyright: ZMP Gmbh Bonn (3.9.2008))
Der Bio-Getreidemarkt hat sich vom Nachfragemarkt verstärkt in Richtung eines Gleichgewichts von Angebot und Nachfrage bewegt.
Die Ernte von Bio-Getreide ist in Deutschland mit Ausnahme des Körnermaises weitestgehend abgeschlossen. Die Erträge weisen eine ungewöhnlich hohe Spannbreite auf und werden im Schnitt zwar über den Vorjahresergebnissen bleiben, aber das mehrjährige Mittel unterschreiten.
Die Versorgungslage für das Getreidewirtschaftsjahr 2008/09 sieht wieder etwas günstiger aus. Insgesamt fallen die Erträge europaweit höher als im schlechten Vorjahr aus. In den osteuropäischen Ländern wurden zusätzlich die Anbauflächen teilweise erheblich erweitert. Hinzu kommen Neueinsteiger in den Bio-Markt wie z.B. Russland und Rückkehrer wie die Ukraine. Damit stehen wieder größere Mengen Bio-Getreide zur Verfügung.
Die Preise bewegen sich in größeren Spannen als im Vorjahr. Ursache sind vor allem die heterogenen Qualitäten. Aber auch die Preisschere zwischen verbandsgebundenem und verbandsfreiem Getreide wird größer, wie auch die Abschläge für Umstellungsware wieder größer werden. Auch der Preisabstand zwischen Futter- und Konsumgetreide vergrößert sich wieder. Nicht zuletzt erschweren aus Verarbeitersicht günstige Offerten aus Osteuropa die Durchsetzung der Preisforderungen für in Erzeugergemeinschaften gebündelte Verbandsware.
Die bisher an die Endverbraucher weitergereichten Preissteigerungen machen sich bereits in einer abflauenden Nachfrage bemerkbar. Erste Panelauswertungen zum Verbraucherverhalten für das erste Halbjahr 2008 weisen auf eine stärkere Differenzierung zwischen den verschiedenen Produktbereichen und Einkaufsstätten hin. Der Absatz von Bio-Brot ist nach ZMP-Analyse auf Basis des Haushaltspanels des Marktforschungsinstituts GfK deutlich rückläufig. Zulegen konnte nur der Bio-Fachhandel. Bei den Discountern kauften die Verbraucher ähnliche Mengen wie im Vorjahr. Alle anderen Einkaufsstätten inklusive der Bäckereien erlitten Absatzeinbußen. Gerade die Bäckereien sind aber die wichtigste Einkaufsstätte für Bio-Brot.
Der Einkauf von Rohware läuft eher vorsichtig bis abwartend. Die Preise geben daher inzwischen nach, bleiben aber überwiegend weiter deutlich über den Vorjahreskursen. Nur Futtergerste und Futterroggen haben bereits fast die Vorjahreswerte wieder und könnten aber im Preis evtl. wieder etwas anziehen. Futtergerste wird im Bio-Landbau nicht so umfangreich erzeugt, für die Schweinemast aber in der Futtermischung durchaus benötigt. Wegen des hohen Bedarfs an Brotroggen im Bio-Anbau dürften auch fallzahlschwächere Partien in den Backbereich fließen, die im konventionellen Markt dort keine Abnahme mehr finden würden.
Deutsche Bio-Fläche wächst (Quelle und Copyright: ZMP Gmbh Bonn (15.7.2008))
Deutsche Bio-Fläche wächst (Quelle und Copyright: ZMP Gmbh Bonn (15.7.2008))
Die Bio-Flächen in Deutschland haben 2007 gegenüber dem Vorjahr um 4,8 Prozent zugenommen, die Zahl der landwirtschaftlichen Bio-Betriebe um 6,5 Prozent. Die Wachstumsraten von Flächen und Betrieben zogen damit gegenüber den Vorjahren wieder an. Insgesamt waren 2007 rund fünf Prozent aller landwirtschaftlichen Unternehmen in Deutschland Bio-Betriebe. Auch der Bio-Flächenanteil lag bei rund fünf Prozent.
Wie aus den Jahresmeldungen der Bundesländer an die BLE über den ökologischen Landbau für 2007 hervorgeht, haben mit 26.820 Unternehmen 11,9 Prozent mehr Erzeuger, Verarbeiter, Importeure und Händler in Deutschland nach den Richtlinien der EU-Öko-Verordnung gearbeitet als 2006.
Mehr Betriebe verarbeiteten Erzeugnisse selbst
18.703 landwirtschaftliche Unternehmen bewirtschafteten 865.336 Hektar Bio-Fläche. Dies waren 1.146 mehr Betriebe und 39.797 Hektar mehr als 2006. Die Zahl der Betriebe, die ihre Erzeugnisse selbst verarbeiten, wuchs um fast 7,4 Prozent. Diese Betriebe haben sich mit der eigenen Verarbeitung ihrer Erzeugnisse neue Tätigkeitsfelder erschlossen und damit auf die steigende Nachfrage reagiert.
Einen Zuwachs von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichneten die ausschließlich verarbeitenden Betriebe. Die Zahl der Betriebe, die Bio-Erzeugnisse sowohl verarbeiten als auch importieren nahm um 20 Prozent zu.
Brandenburg mit größtem Anteil Bio-Fläche
Im Ländervergleich hatten beim Bio-Anteil an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche Brandenburg mit 10,1 Prozent, Mecklenburg-Vorpommern mit 9,0 Prozent und das Saarland mit 8,8 Prozent die Nase vorn. Die größten Bio-Flächen Deutschlands lagen 2007 nach wie vor in Bayern, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.
Die höchsten Wachstumsraten erzielten die Stadtstaaten Bremen und Hamburg. Unter den Flächenländern konnte Rheinland-Pfalz mit 16,7 Prozent seine Bio-Fläche am meisten ausdehnen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit einem Plus von 9,8 Prozent und Schleswig-Holstein mit 9,3 Prozent Zuwachs.
Bio-Boom in Supermärkten (Quelle und Copyright: ZMP Gmbh Bonn (24.6.2008))
Bio-Boom in Supermärkten (Quelle und Copyright: ZMP Gmbh Bonn (24.6.2008))
Europaweit ist der Bio-Markt 2007 weiter gewachsen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in unseren Nachbarländern zogen die Umsätze weiter oder wieder an. Deutschland blieb mit einem Umsatz von 5,4 Milliarden Euro und einem Bio-Anteil von 3 Prozent am gesamten Lebensmittelmarkt größter und ein für viele Exporteure interessanter Markt in Europa.
In Deutschland wurden 2007 nach noch vorläufigen Zahlen rund 7 Prozent mehr Bio-Fläche bewirtschaftet als im Jahr 2006. Damit wuchsen die Flächen stärker als 2006 (plus 2,2 Prozent), die hohen Zuwächse der Vorjahre wurden jedoch nicht erreicht. Der Bio-Anteil an der Gesamtfläche liegt damit bei schätzungsweise 5,2 Prozent.
Supermärkte die wichtigste Einkaufsstätte
Bei Betrachtung der Verkaufsstätten für Bio-Produkte fällt auf, dass in 15 europäischen Ländern der organisierte Lebensmitteleinzelhandel (LEH) mehr als 50 Prozent der Bio-Lebensmittel verkauft. Insbesondere in Schweden, Norwegen, Finnland und Dänemark setzen die großen Supermarktketten schon seit etlichen Jahren auf Bio und die Verbraucher auf große Einkaufsstätten, in denen alle Produkte zu haben sind. In anderen Ländern wie Frankreich, Deutschland, Italien oder auch in den Niederlanden spielt der Naturkosthandel noch eine größere Rolle für den Verkauf von Bio-Lebensmitteln.
In Deutschland geht der Marktanteil des Naturkosthandels trotzdem seit Jahren zurück, von 31 Prozent in 1997 auf zuletzt 23 Prozent. In absoluten Zahlen wuchs der Naturkosthandel allerdings von 460 Millionen Euro in 1997 auf 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro in 2007. Bei den Umsatzzuwächsen 2007 spielt in allen Ländern neben dem Mengenwachstum auch der Preisanstieg für viele Bio-Produkte eine Rolle.
Bio-Produkte in großer Auswahl
In Frankreich, Österreich, Deutschland, Belgien, der Schweiz, Dänemark, Italien, den Niederlanden, Großbritannien, Schweden sind die Bio-Marktstrukturen schon weit entwickelt und über lange Zeit gewachsen. Bio-Produkte gibt es überall und in großer Auswahl zu kaufen. In den meisten osteuropäischen Ländern, aber auch in Spanien, Portugal und Finnland sind noch einige dieser Entwicklungsschritte zu gehen. Meist ist es der Naturkosthandel, der die Vorreiterrolle spielt und eigene Läden mit einem Mix aus regionalen und importierten Produkten eröffnet. Es folgen oftmals internationale Supermarktketten, die ihr Bio-Angebot mit importierten verarbeiteten Produkten ausbauen. Verbraucher akzeptieren sie wegen der hohen Preise noch nicht so gut.
Schwache Umsätze im Naturkosthandel (Quelle und Copyright: ZMP Gmbh Bonn (21.5.2008))
Schwache Umsätze im Naturkosthandel (Quelle und Copyright: ZMP Gmbh Bonn (21.5.2008))
Die Naturkostfachgeschäfte in Deutschland kamen im ersten Quartal 2008 nur noch auf ein Wachstum von 0,3 Prozent. Je nach Größe des Geschäfts war die Umsatzentwicklung jedoch sehr unterschiedlich.
Laut den Angaben des Fachhandelsbarometer Naturkost in www.bio-markt.info verzeichneten die umsatzschwächsten Geschäfte (weniger als 300.000 Euro) Rückgänge, während Geschäfte mit mehr als 500.000 Euro Umsatz um 2,6 bis 2,8 Prozent zulegten.
Die Geschäfte in der Größenklasse 150 bis 300 Quadratmeter waren mit einem Plus von 4,1 Prozent am erfolgreichsten. Während Läden zwischen 80 und 150 Quadratmeter Größe, zahlenmäßig die größte Gruppe der Naturkostfachgeschäfte, 1,7 Prozent Umsatz einbüßten, legten die ganz kleinen Geschäfte mit weniger als 80 Quadratmetern leicht um 0,3 Prozent zu.
Nachfrage nach Bio-Brot wuchs 2007 um 28 Prozent (Quelle und Copyright: ZMP Gmbh Bonn (7.2.2008))
Nachfrage nach Bio-Brot wuchs 2007 um 28 Prozent (Quelle und Copyright: ZMP Gmbh Bonn (7.2.2008))
Die Konsumenten in Deutschland haben 2007 deutlich mehr Brot aus biologischer Erzeugung gekauft. Die Käufe der Privathaushalte legten laut ZMP-Analyse auf Basis des GfK-Haushaltspanels um 28 Prozent zu. Der Umsatz mit Bio-Brot erhöhte sich auf 252 Millionen Euro nach 198 Millionen Euro in 2006. Der Umsatzanteil von Bio-Brot am gesamten Brotmarkt lag 2007 bei 7,7 Prozent gegenüber 6,2 Prozent im Vorjahr. 4,7 Prozent der in Deutschland verkauften Brote wurden 2007 nach Bio-Richtlinien hergestellt, im Jahr davor betrug dieser Anteil 3,6 Prozent.
Die Bäckereien einschließlich der Vorkassenzone verkauften 2007 die meisten Bio-Brote und steigerten ihren Anteil an den Einkaufsmengen auf 45 Prozent (Vorjahr: 40 Prozent), nachdem unter anderem auch größere (Filial-) Bäckereien Bio-Brote in ihr Angebot aufgenommen hatten.
Die verpackt angebotenen Bio-Brote in den Discountern hielten ihren Vermarktungsanteil von 23 Prozent stabil. Im übrigen Lebensmitteleinzelhandel wurden 15 Prozent (Vorjahr: 17 Prozent) aller Bio-Brote verkauft. Der Anteil im Naturkosthandel sank von zwölf auf neun Prozent. Der Direktabsatz kam wieder auf vier Prozent Marktanteil.
Für die Verbraucher war Bio-Brot 2007 etwas teurer als im Vorjahr, die höheren Rohstoffkosten spiegeln sich hier wider. Beim Bäcker kostete ein Kilogramm Roggenmischbrot 3,02 Euro (Vorjahr: 3,00 Euro); in Discountern lag der Kilopreis bei 1,36 Euro gegenüber 91 Cent im Vorjahr.
Getreidepreise auf langjährigen Höchstständen (Quelle und Copyright: ZMP Gmbh Bonn (21.9.2007))
Getreidepreise auf langjährigen Höchstständen (Quelle und Copyright: ZMP Gmbh Bonn (21.9.2007))
Vor dem Hintergrund einer weltweiten Verknappung erreichten die Getreidepreise zuletzt neue langjährige Höchststände. Besonders stark ausgeprägt ist diese Entwicklung bei Futtergerste, die Mitte September rund 110 Prozent mehr als im Vorjahr kostete. Aber auch bei Weizen, Roggen, Braugerste und Triticale tendieren die Erzeugerpreise nahezu doppelt so hoch wie vor zwölf Monaten. Für eine Tonne Brotweizen wurden im Bundesdurchschnitt zuletzt 237 EUR/t, für eine Tonne Braugerste gut 250 EUR/t verlangt. Die Preise für Bio-Getreide stiegen zum Vorjahr um 50-70 Prozent.
Triebfeder der jüngsten Kurssprünge ist vor allem der rasche Abbau der globalen Getreidebestände. Nach Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums schrumpfen die Welt-Weizenbestände bis Ende Juni 2008 auf das niedrigste Niveau seit 27 Jahren. So steigt der Getreidebedarf vor dem Hintergrund der wachsenden Weltbevölkerung, höherer Einkommen in den Schwellenländern, dürrebedingter Ertragsausfälle in vielen Importländern sowie des wachsenden Rohstoffbedarfes des Bioenergiesektors seit Jahren stetig an. Diese Entwicklung trifft nun - insbesondere bei Weizen - mit einer bereits zum zweiten Mal in Folge enttäuschenden weltweiten Ernte zusammen.
Die internationalen Terminmärkte reagierten auf diese Entwicklung in den vergangenen Wochen mit einem regelrechten Kursfeuerwerk. An der Börse Chicago, der weltweit wichtigsten Leitbörse für Weizen, legten die Notierungen von Anfang April bis Mitte September um rund 95 Prozent zu, am europäischen Terminmarkt Matif kam es im gleichen Zeitraum sogar zu einem Anstieg um bis zu 190 Prozent. Neben der erneut unterdurchschnittlichen EU-Getreideernte spielt dabei auch die flotte Nachfrage in und außerhalb der EU eine entscheidende Rolle.
Weitere Marktentwicklung unsicher
Ob sich dieser Kursanstieg weiter fortsetzt, ist indes sehr unsicher, zumal ein Teil des Anstieges sicherlich auch auf starke spekulative Einflüsse zurückzuführen ist. Angesichts der Marktentwicklung dürften weltweit viele Landwirte zu einer Ausdehnung der Weizenfläche motiviert werden. Günstige Vegetationsbedingungen vorausgesetzt, könnte im kommenden Jahr eine deutlich höhere Weizenernte und am Markt somit wieder eine gewisse Entspannung erreicht werden. Gleichwohl spricht aufgrund der stetigen Nachfrageentwicklung und der begrenzten Steigerungsmöglichkeiten auf der Produktionsseite vieles dafür, dass sich die Getreidemärkte in einem Wandel befinden, der mit einem dauerhaft höheren Preisniveau als in den Vorjahren verbunden ist.
Landwirte profitieren sehr unterschiedlich vom Preisanstieg
Trotz der für die Ackerbaubetriebe positiven Entwicklung konnten aufgrund der unterschiedlichen Vermarktungsstrategien längst nicht alle Landwirte von dem Preisanstieg profitieren. Insbesondere Betriebe, die aufgrund fehlender Liquidität oder Lager- bzw. Aufbereitungsmöglichkeiten ihre Ware bereits frühzeitig nach der Ernte verkaufen mussten, konnten an dem Preisauftrieb der vergangenen Wochen nicht teilhaben. Aufgrund der Betriebsstrukturen wird traditionell vor allem in Süddeutschland früh vermarktet. Bundesweit verkauften die Erzeuger in den vergangenen Jahren im Zeitraum Juli/September gut ein Drittel der Weizenernte. Darüber hinaus haben in diesem Jahr viele Landwirte Vorverträge zu Preisen abgeschlossen, die sich deutlich unter dem derzeitigen Niveau bewegen.
Herstellungskosten für Brot steigen anteilig, Tierhalter sind zurückhaltend
Bezogen auf ein 1-kg-Weißbrot, für dessen Herstellung etwa 900 Gramm Weizen benötigt werden, verteuern sich die Kosten für den Rohstoff Weizen bei einem durchschnittlichen Großhandelspreis von rund 257 EUR/t franko Mühle gegenüber dem Vorjahr um rund 10 Cent auf etwa 23 Cent.
Die hohen Getreide- und Rohstoffpreise verleihen auch den Mischfutterkursen starken Aufwind und belasten damit die Kalkulation der Veredelungswirtschaft. Da zuletzt teils drastische Verteuerungen zu beobachten waren, halten sich Milchviehhalter und Mäster mit Käufen stark zurück. Langfristige Kontrakte werden zurzeit nicht abgeschlossen, zu unsicher ist die derzeitige Preisentwicklung. Häufig steht eine kurzfristige Bedarfsdeckung im Vordergrund.
Preissicherheit wird wichtiger
Angesichts der starken Preisbewegungen werden aktuelle und objektive Marktinformationen für die Akteure an den Getreidemärkten immer wichtiger. Darüber hinaus erhalten Strategien wachsende Bedeutung, die mit labilen Preisen verbundene Risiken in Grenzen halten. Dies kann neben einer ?Streuung? der Verkaufszeitpunkte auch die direkte oder indirekte Preisabsicherung an den Warenterminbörsen sein.
Bio-Getreidepreise rasant gestiegen (Quelle und Copyright: ZMP Gmbh Bonn (10.9.2007))
Bio-Getreidepreise rasant gestiegen (Quelle und Copyright: ZMP Gmbh Bonn (10.9.2007))
Die Bio-Getreideernte ist insgesamt enttäuschend ausgefallen: Im Norden wurde eine deutlich unterdurchschnittliche Ernte eingefahren, im Süden ist man zufriedener. Die Preise sowohl für Brot- als auch Futterqualitäten steigen inzwischen fast täglich. Gründe dafür sind neben den niedrigen Ernteergebnissen die Verkaufszurückhaltung bei Landwirten und die stark gestiegenen Preise für konventionell erzeugtes Getreide.
Das Getreide wird zunächst vielfach eingelagert. Oftmals konnten vom Zwischenhandel nur Stammkunden bedient werden, während Neueinsteiger am Bio-Markt das Nachsehen haben. Einige Verarbeiter werden unruhig, da sie nur noch kurze Zeit mit heimischer Ware gedeckt sind.
Auf Erzeugerseite werden die geernteten Mengen und Qualitäten sondiert, aber auch bewusst zurückgehalten. Bei den rasanten Preissteigerungen der vergangenen Wochen ist das auch verständlich. Allerdings wird durch diese Zurückhaltung der Preishöhenflug immer weiter fortgeschrieben. Keiner will sich festlegen und mit dem Verkauf größerer Mengen beginnen. Teilweise wird auch über Preise und Mengen bestehender Kontrakte, die nun deutlich unter dem Marktpreis liegen, nachverhandelt - sehr zum Unwillen der Verarbeiter, die damit kalkuliert haben.
Durch die zurückgehaltenen Mengen ist es besonders schwierig einzuschätzen, wieviel Getreide dem Markt nun eigentlich zur Verfügung steht. Es besteht auch die Gefahr, dass sich Verarbeiter, die in diesem Jahr vorrangig im Ausland kaufen (müssen), dies auch in künftigen Jahren verstärkt tun, wenn hier ausreichend Ware verfügbar ist.
Einige Verarbeiter bunkern regelrecht Getreide, alle vorhandenen Qualitäten werden aufgekauft. Allerdings handelt es sich hier größtenteils um importierte Ware. Das betrifft alle Getreidearten, ganz besonders Weizen und Dinkel, aber auch Hafer. Heimisches Getreide wird dagegen zurückgehalten bzw. an Stammkunden verkauft.
Zusatzstoffe: Alle E-Nummern verständlich erklärt (bio.de, Nachricht vom 19.07.07)
Zusatzstoffe: Alle E-Nummern verständlich erklärt (bio.de, Nachricht vom 19.07.07)
Die Zusatzstoffe in Lebensmitteln sind zwar von Amts wegen ungiftig, aber nicht immer unbedenklich. Beispielsweise fördert der Konservierungsstoff E 232 im Tierversuch Blasenkrebs, der Farbstoff E 102 kann Allergien auslösen und das Antioxidans E 310 führte bei Säuglingen zu lebensbedrohlicher Blausucht. Damit Verbraucher wissen, was sich hinter den so genannten E-Nummern auf der Verpackung verbirgt, gibt es jetzt das neue ÖKO-TEST KOMPAKT Zusatzstoffe.
Die meisten Zusatzstoffe in Lebensmitteln sind unbedenklich, aber auch überflüssig. Denn wer qualitativ hochwertige Lebensmittel sucht, der will keine Konfitüren mit synthetischem Vanillin, Brötchen mit DAWE-Estern oder Fertiggerichte mit Geschmacksverstärkern. Fraglos hat sich die Deklaration von Zusatzstoffen in den vergangenen Jahren durch die Bemühungen der EU durchaus verbessert. Dennoch gibt es nach wie vor Ausnahmen, Gesetzeslücken oder eine mangelhafte Umsetzung der Vorschriften. So wird etwa der Geschmacksverstärker Glutamat, der bei empfindlichen Menschen das so genannte China-Restaurant-Syndrom auslösen kann, nicht selten hinter Bezeichnungen wie "Würze", "Hefeextrakt" oder "Sojahydrolysat" versteckt.
Neben einer umfangreichen und verständlichen Erklärung aller E-Nummern bekommt der Verbraucher im neuen ÖKO-TEST- KOMPAKT Zusatzstoffe noch viele weitere wichtige Informationen - etwa darüber, wie viele Zusatzstoffe man täglich zu sich nehmen kann, welche Aromen heute verwendet werden, was es mit der Nanotechnologie im Lebensmittelbereich auf sich hat und natürlich auch alles, was man zum Thema Gentechnik wissen sollte.
Das Heft kostet 3,90 Euro und ist am 09. Juli 2007 erschienen.
Verbraucher sehen Gentechnik kritisch (Gfk vom 16. Februar 2007)
Verbraucher sehen Gentechnik kritisch (Gfk vom 16. Februar 2007)
Ergebnisse der GfK-Studie zur Gentechnik
Nürnberg, 16. Februar 2007 - Gentechnisch veränderte Lebensmittel finden keine Akzeptanz bei den deutschen Verbrauchern. Ein Großteil der Befragten hält zudem die gegenwärtige Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Organismen für verbesserungswürdig oder nicht ausreichend. Dem Einsatz der Technologie außerhalb des Nahrungsmittelbereichs stehen die Konsumenten hingegen weitaus unkritischer gegenüber. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der GfK Marktforschung vom Dezember 2006, in der Einstellung und Verhalten der Deutschen gegenüber Gentechnik ermittelt wurden.
Generell sind vier von zehn Befragten gegen den Einsatz von Gentechnik, sei es in der Medizin, bei Pflanzenschutzmitteln, Lebensmitteln sowie Dingen des täglichen Bedarfs wie zum Beispiel Kosmetika oder Reinigungsmittel. Lediglich 4,9 Prozent der deutschen Verbraucher befürworten Gentechnik grundsätzlich.
Hohe Ablehnung im Lebensmittelbereich
Dem Einsatz von Gentechnik im Lebensmittelbereich stehen die Verbraucher überaus kritisch gegenüber: 74,9 Prozent der Konsumenten lehnten in der Befragung die Entwicklung und Einführung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln generell ab. Die Anzahl der Befürworter erreicht mit 6,7 Prozent nur einen geringen Wert, 18,3 Prozent stehen diesem Thema gleichgültig gegenüber.
85,5 Prozent der Befragten sind gegen tierische Produkte wie Wurst, Schinken oder Fleisch, wenn diese von Tieren stammen, in deren Gene entweder direkt eingegriffen wurde oder die mit genveränderten Futtermitteln ernährt wurden. 77,7 Prozent der Deutschen lehnen Genmanipulationen bei Obst und Gemüse ab, 75,9 Prozent bei Molkereiprodukten wie Milch, Käse oder Joghurt und 73,7 Prozent bei Brot. Das Schlusslicht bilden Getränke mit 45,1 Prozent.
Den Einsatz von Gentechnik oder gentechnisch veränderter Substanzen bei Obst und Gemüse befürworten 8,1 Prozent ? der höchste Wert im Bereich Lebensmittel. Jeweils 4,8 Prozent stimmen bei Fleisch- und Molkereiprodukten dieser Technologie zu, bei Brot sind es 2,8 Prozent und 1,5 Prozent bei Getränken.
Verbesserungsbedürftige Kennzeichnungspflicht
Ebenfalls skeptisch sehen die Verbraucher die gegenwärtig gültige Kennzeichnungspflicht von Lebensmitteln mit gentechnisch veränderten Organismen: 72,4 Prozent halten die Regelungen für verbesserungsbedürftig beziehungsweise nicht ausreichend. 22,8 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass die aktuellen Bestimmungen ausreichen, 2,1 Prozent beurteilen diese als überzogen.
Weniger Skeptiker bei Pestiziden,
Düngern und in der Medizin
Deutlich weniger Bundesbürger lehnen den Einsatz von Gentechnik außerhalb des Nahrungsmittelbereichs ab: In der Medizin sind es 10,7 Prozent bei Impfstoffen sowie 10,2 Prozent bei sonstigen Arzneimitteln wie beispielsweise Insulin. Bezüglich Düngemittel sagen 3,4 Prozent der Befragten "Nein" zu Gentechnik, bei Insekten- und Unkrautvernichtungsmittel nur 2,1 Prozent.
Im Vergleich zum Lebensmittelbereich ist hier die Zahl der Befürworter ausgeprägter. Den höchsten Wert der Zustimmung zu Gentechnik in der Herstellung erreichen Insekten- und Unkrautvernichtungsmittel mit 29,9 Prozent, gefolgt von Düngern mit 18,7 Prozent. Im Bereich der Impfstoffe sind es 18,1 Prozent und bei sonstigen Arzneimitteln 16,9 Prozent.
Zur Studie
Die Ergebnisse stammen aus der Studie "Gentechnik" der GfK Marktforschung, die im Dezember 2006 durchgeführt wurde. Sie basiert auf 1.023 Verbraucherinterviews mit Personen ab 16 Jahren. Neben der allgemeinen Einstellung zur Gentechnik, deren produktspezifischer Befürwortung oder Ablehnung und der Beurteilung der aktuellen Kennzeichnungspflicht befasst sich die Studie mit weiteren Themen. Unter anderem wird auch das relevante Informationsmaterial bewertet sowie die generelle Kaufbereitschaft für gentechnisch veränderte Produkte, die spezielle Kaufbereitschaft unter Berücksichtigung des Preises im Vergleich zu herkömmlich erzeugten Lebensmitteln und die Präferenz zwischen genmanipulierten und natürlich hergestellten Produkten erhoben. Im Jahr 1996 hatten die Forscher in einer ersten Erhebungswelle die Deutschen schon einmal zu diesen Themen befragt.
Zur GfK Gruppe
Die GfK Gruppe, weltweit die Nummer 4 der Marktforschungsunternehmen, ist in den fünf Geschäftsfeldern Custom Research, Retail and Technology, Consumer Tracking, Media und HealthCare aktiv. Neben 13 Niederlassungen in Deutschland gehören der GfK Gruppe insgesamt weltweit über 130 Unternehmen in mehr als 70 Ländern an. Von den derzeit über 7.800 Beschäftigten arbeiten rund 80 Prozent außerhalb Deutschlands. Weitere Informationen erhalten Sie unter
www.gfk.com.
Bio in Kombination mit regional fürs Klima optimal (naturkostaktiv.de vom 20.3.2007)
Bio in Kombination mit regional fürs Klima optimal (naturkostaktiv.de vom 20.3.2007)
Biolandbau spart 60 % an fossilen Energieträgern
Mehr als die Hälfte der Energie, die für unsere Ernährung aufgewendet wird, verbraucht die Landwirtschaft. Der weitaus geringere Energieaufwand der biologischen Landwirtschaft wird vor allem durch den Verzicht auf mineralische Dünger und Pflanzenschutzmittel erzielt.
Ökologisch arbeitende Landwirte bewirtschaften ihre Höfe in einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft unter weit gehendem Verzicht auf Futtermittelimporte mit langen Transportwegen, mit einem reduzierten Kraftfutteranteil und unter völligem Verzicht auf mineralische Stickstoffdünger und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel.
Dadurch ermöglicht der Biolandbau flächenbezogene Einsparungen an fossilen Energieträgern von bis zu 60 Prozent im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft.
Biologische Landwirtschaft reduziert die Treibhausgas-Emissionen im Durchschnitt
Vergleiche der Treibhausemissionen aus dem Ackerbau zeigen, dass die Bewirtschaftung nach den Richtlinien des biologischen Landbaus zu einem deutlichen Rückgang der Emissionen führt. So werden nach einer Umstellung von einem intensiven, konventionellen Betriebsmodell auf biologischen Landbau 50 Prozent weniger Kohlendioxid und 80 Prozent weniger Methan emittiert. Die Lachgasemissionen werden um fast 99 Prozent reduziert.
Biologische Humuswirtschaft trägt zur CO2-Bindung bei
Allein die 20.500 österreichischen Biobauern sparen jährlich 200.000 Tonnen chemisch-synthetischer Düngemittel ein und leisten damit einen enormen Beitrag zum Klimaschutz, wie folgende Modellrechnung des Verbandes Bio-Austria zeigt: Österreichs Bio-Landwirte bewirtschaften 400.000 Hektar rein ökologisch mit organischen Düngern wie Tiermist oder Kompost. Werden auf konventionell bewirtschafteten Böden rund 0,5 Tonnen an chemisch-synthetischen Düngemitteln pro Hektar ausgebracht, so errechnet sich für die Biobauern ein Verzicht auf 200.000 Tonnen klimaschädlichen Kunstdüngers.
Ein überaus großes Potential an CO2-Verminderungen liegt in der schonenden Bodenbewirtschaftung des Biolandbaus: Gründüngungen und andauernde Bodenbedeckung durch Pflanzen hält die Böden fruchtbar und verringert die Abgabe von Kohlendioxid aus dem Boden.
Gleichzeitig erfolgt durch die biologische Bodenbewirtschaftung der Aufbau von wertvollem Humus, so dass CO2 langfristig im Boden gebunden wird. Experten schätzen, dass weltweit rund 400-8000 Millionen Tonnen Kohlenstoff von landwirtschaftlichen Böden durch eine biologische Bewirtschaftung aufgenommen werden können.
Zusätzliche Einsparungen sind möglich durch eine anbaunahe Vermarktung. Wer ab Hof einkauft oder im Bioladen regional erzeugte Produkte bevorzugt, spart Transportwege und damit Energieaufwand und Schadstoffausstoß. Zu dieser Einkaufsstrategie bedarf es nicht einmal großer ideeller Gewissensanstrengungen. Denn kurze Transportwege bedeuten auch frischere Ware, also besseren Geschmack.
Identität durch Wandel - Bio muss sich neu denken (Ökolandbau.de vom 8.3.2007)
Identität durch Wandel - Bio muss sich neu denken (Ökolandbau.de vom 8.3.2007)
Der Bio-Sektor steht vor enormen Umwälzungen: Discounter drängen auf den boomenden Ökomarkt. China setzt an, seinen Platz auch in der Öko-Welt zu finden. Die ungeklärte Umsetzung der neuen Ökoverordnung ruft Ängste vor einem Billig-Bio zweiter Klasse hervor. Gleich zwei Tagungen an der Universität Hohenheim nehmen sich zeitgleich der drängenden Herausforderungen an. Erstmals öffnet sich dabei die deutschsprachige Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau für Gäste aus China, Brasilien und Afrika. Nachhaltigkeit über die ganze Kette von Anbau über Lebensmittelverarbeitung und -handel bis zur Verbraucherforschung sind zentrale Themen der Jahrestagung des EU-Projekts QLIF
130 Fachvorträge, 4 Symposien, 130 Posterbeiträge und 14 Workshops:
Drei Tage lang beschäftigen sich 500 Experten mit allen Facetten des Ökomarktes und Ökolandbaus mit Globalisierungsthemen, wie der neuen Rolle Chinas im Ökomarkt oder der internationalen
Armutsbekämpfung durch Ökolandbau, aber auch mit Klassikern wie Bioenergie, Pflanzenbau,
Tierhaltung und allgemeiner Agrarpolitik.
Tagungshighlights sind Antworten auf Fragen wie:
- Billig-Öko: Führt die neue EU-Ökoverordnung zu einem Öko 2. Klasse?
- Global statt Regional: Produzieren andere Länder, wie z.B. China, bald für den heimischen Markt?
- Bioenergie verlangt Massenproduktion: Kann der Ökolandbau mithalten?
- Nachhaltige Ernährung: Was will der Verbraucher?
Eingeleitet wird die Veranstaltung unter anderem durch prominente Beiträge von MdL Peter Hauk, Minister für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg, Dr. Timothy Hall, Direktion Forschung der Europäischen Kommission und Wolfgang Reimer vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Hintergrund
Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau
Die Stiftung Ökologie / Landbau koordiniert seit Anfang der neunziger Jahre
alle zwei Jahre eine allgemeine Wissenschaftstagung zum ökologischen Landbau,
jeweils in Zusammenarbeit mit Hochschulen oder Versuchsanstalten, die in diesem Bereich forschen.
Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stellen auf den Kongressen
ihre Forschungsaktivitäten und -ergebnisse vor. Damit wird ein Dialogforum geschaffen,
welches einen lebendigen und nachhaltigen Austausch von Forschungsergebnissen ermöglicht.
Zugleich leistet die Tagung einen Beitrag, um die Kommunikation zwischen Wissenschaftlern
und Praktikern zu verbessern.
QLIF-Kongress
Das EU-Forschungsngsprojekt "Quality Low Input Food" bearbeitet EU-weit seit 2004 zentrale
Fragestellungen des Öko-Landbaus. Über 30 Institutionen, darunter auch die Universität Hohenheim,
sind an dem Projekt beteiligt, die sich vom 20.-23. März 2007 an der Universität Hohenheim zum
QLIF-Kongress versammeln. Auf dem englischsprachigen Kongress präsentieren die Teilnehmer
aktuelle Ergebnisse aus dem QLIF-Projekt sowie aus anderen Projekten. In Übersichtsreferaten
aus den Teilprojekten - Verbraucherstudien, Lebensmittelqualität und -sicherheit, Pflanzenbau,
Tierhaltung, Verarbeitung, Wertschöpfungsketten - wird der Stand der Forschung dokumentiert.
Vertreter aus Verarbeitungsunternehmen - wie des Biohandels und der Verbände - diskutieren
die Projektergebnisse.
Weitere Information:
Quelle: Pressestelle Uni Hohenheim
AOEL: 3. Situationsbericht zur Lage der ökologischen Lebensmittelhersteller (Ökolandbau.de (14.2.2007))
AOEL: 3. Situationsbericht zur Lage der ökologischen Lebensmittelhersteller (Ökolandbau.de (14.2.2007))
Die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AoeL) e.V. gibt ihren 3. Bericht zur Situation der ökologischen Lebensmittelhersteller heraus. In diesem Bericht bezieht die AoeL Stellung zu aktuellen Themen der ökologischen Lebensmittelwirtschaft.
Sie äußert sich zu folgenden Themen:
- zur Revision der EG-Öko-Verordnung
- zur Klimakatastrophe
- zu den Auswirkungen des expandierenden Öko-Marktes
- zur Rohstoffverknappung
- zur Grünen Gentechnik
- zur Health-Claims-Verordnung
- zu Anhang VI der EG
-Öko-Verordnung für tierische Erzeugnisse
Der Bericht ist wie der 1. und 2. Bericht aus den Jahren 2004 und 2005 im Internet unter
www.aoel.org zu lesen.
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